Aphorismen 10

Die Gottesvorstellung

Gott ist ein Denkmodell. Ebenso ein bewusster Geist.

Religionen sind der meist schlecht verlaufende Versuch, Sozialverhalten, inspiriert aus einer diffusen übernatürlichen Quelle, einer ganzen Gesellschaft aufzuzwingen.

Gottesgläubige gehen gedanklich nie dahin zurück, wo der wirkliche Anfang ist, beim Nichts. Sie beginnen immer da zu denken, wo bereits etwas existiert.

Wie kann ein allwissendes bewusstes Wesen so blöd sein und ein anderes Wesen kreieren, das massiv blöder ist und zu dem, zur Erlangung dessen bewussten Blödheit, den Weg der Entwicklung gehen muss?
So etwas kann sich aber wiederum nur ein blödes Wesen ausdenken.

Seien wir ehrlich: Das Leben wäre uns lieber, wenn da nicht der Schatten des Todes wäre. Deshalb entwickeln wir mannigfaltige Phantasien, um wenigstens intellektuell die Vorstellung zu haben, wir seinen unsterblich.

Ich glaube nicht, dass eine Gottesvorstellung aufgekommen wäre, wenn wir zum Beispiel so etwas wie unsterblich wären.

Gott scheitert an den Zahlen, weil er selbst eine ist.

Wenn es kein Nichts gäbe, könnte selbst ein Gott nichts erschaffen. Denn erschaffen kann man nur, wo vorher nichts war.

Ein Gott ist eine Zahl, weil er selbst eine Bedingtheit ist.

Die Polarisierung nimmt kein Ende: es gibt Gottgläubige und es gibt Materialisten. Diejenigen dazwischen, die Dynamiker, werden kaum wahrgenommen.

Da alles eine Frage der Möglichkeiten ist, wäre das auch ein Gott, weil er ja nur durch die energetische Konstellation aus dem Nichts möglich wäre. Folglich abhängig davon wäre, ob es diese Konstellationen überhaupt gegeben hätte.

Zum Ursprung des Daseins kann der Mensch vorläufig nur Modelle mit mehr oder weniger sichtbaren Anhaltpunkte anbieten. Auch die Gottesidee ist nicht mehr als ein Modell zur Daseinserklärung. Diesem Modell fehlen aber die sichtbaren Anhaltspunkte und die Behauptung, gerade das sei das Besondere daran, weil ausserhalb der Natur wirkend, ist natürlich ein untauglicher Rettungsversuch.

Spiritualisten und Religiöse nehmen richtig wahr, verwechseln jedoch ganz normale energetische Abläufe mit dem bewussten Wirken. Folglich: die Engel gibt es nicht, aber Wirkungen, die mit ihnen beschrieben werden können schon.

Ein beliebter Rettungsversuch ihrer Vorstellungen der zu Spiritualität neigenden ist, dass der Mensch nicht alles wissen kann. Da ist erst einmal die Frage, woher wissen sie das? Zudem gilt das natürlich auch für ihre Weltwahrnehmung.
Diese Floskel ist in diesen Kreisen sehr beliebt, wenn es darum geht, wissenschaftliche Theorien zu zerschlagen. Nur möchte ich darauf hinweisen, dass, im Gegensatz zu diesen, die Weltinterpretation, welche sie für einleuchtend halten, zu einer Zeit entstanden ist, wo der Mensch über die wahren Entstehungsgründe unserer Welt keine Ahnung hatte. Aber heute können wir den Anfang „sehen“.

Es ist klar, dass nur diejenigen den heiligen Geist erfahren, welche daran glauben. Darauf brauchen die Priester nicht hinzuweisen, als sei das ein Privileg. Denn die andern spüren einfach räumliche Energie.

Die Annahme einer bewussten Schöpfung und der damit verbundene Gott sind nichts anderes als die anthropozentrische Interpretation der Natur. Denn die Beschreibungen des Gottes von Gläubigen könnte man sehr oft dahin als zutreffend bezeichnen, wenn der Name und das Wesen Gott mit dem Begriff Natur ersetzt würde. Schon z.B. die Aussage: „Gott ist die Liebe“ genügt, um das zu zeigen. Denn es stimmt, dass die Natur uns alle annimmt, also in diesem Sinne liebt. So gibt es unzählige Aussagen, welche beim Entfernen des Gottesbegriffes auf die ganz normale Wirkung der Natur zutreffen würden.

Wir sind nicht eingebettet in das Wirken eines Gottes. Wir sind eingebettet in das Wirken der Natur. Wer an Gott glaubt hat folglich nicht andere Erlebnisse als jemand der das nicht tut. Ein Gottesglaube hat höchstens die Funktion, die Angst vor der eigenen Zerstörung zu mildern. Diese Angst haben wir nur, weil wir die Natur durch die Trennung in bewusst wirkenden Geist und materielle Natur gemacht haben.

Gottesglaube ist die Bemühung die Wandlung zu unterbrechen. Oder anders gesagt: die Wandlung nur da als gegeben zuzulassen, wo es einem am dienlichsten ist.

Es hilft einem niemand. Es ereignet sich.

Wenn die Religiösen ihre Vorstellung für sich behalten würden und nicht im Glauben wären, andere damit zwangsbeglücken zu müssen, wäre nichts dagegen einzuwenden.

Religiöse Menschen, bis hin zu den Esoterikern, kommen immer wieder mit dem Argument, dass sich die Wissenschaft ständig korrigiert und dadurch kein Mittel zur Wahrheitsfindung sei. Das ist für diese Kreise Beweis genug, um auch die neuesten wissenschaftlichen Schlussfolgerungen in Frage zu stellen, mit dem Ziel, ihre religiösen Behauptungen auf das gleiche Niveau, oder gar als überlegen darzustellen. Ihr Denkfehler liegt dabei darin, dass sie gerade das, was die Qualität der Wissenschaft ausmacht, zu ihrem Mangel machen wollen: Weil eben die Wissenschaft der Erkenntnisentwicklung Rechnung trägt und so garantiert, dass das, was jeweils an Erkenntnis möglich ist, aktualisiert, entsteht der Eindruck, sie sei für das ganzheitliche Wissen ungeeignet. Im Gegensatz dazu bleiben die Metaphysiker aber auf ihrer Jahrtausende alten Vorstellungen von der Realität sitzen. Und wenn sie z.B. die quantenphysikalischen Erkenntnisse mit einbeziehen, so passen sie nicht ihre Theorie diesen an, sondern biegen sie bis zur Unkenntlichkeit um, damit am Schluss ihre Vorstellung aus historischer Zeit die Quantenphysik begründet und nicht umgekehrt. So etwa wie mit den bewussten Photonen.

Ein Gott, der etwas nach seinem Ebenbilde hätte erschaffen wollen, hätte ein Medium geschaffen, das alle nötigen Elemente beinhaltet, die zum Überleben dieses Mediums nötig sind und nicht mit millionenfachen Versuchen eine, zwar wundervolle Welt, erzeugen müssen. Schon gar nicht, dass wir einander gegenseitig fressen müssen. Der Einwand, dass es eben die wundervolle Welt sei, die er machen wollte ist nicht Stichhaltig, weil wir auch eine effizientere Welt als die einzig mögliche empfinden würden, wenn wir nichts anderes kennen würden. Das bedeutet, dass das, was wir als Vielfalt der Natur geniessen können, nichts anderes als eine Folge von energetischen Prozessen ist, also physikalischen Kräften, die immer wieder neue physikalische Verhältnisse antrafen, bzw. treffen und auch solche erzeugen.

Hätte ein Gott die Welt anders schaffen können, als sie wir sie vorfinden?
Physikalisch wohl kaum. Aber das Verhalten der Wesen zueinander schon. Es soll mir keiner sagen ein derart überlegenes Wesen hätte Spass daran, wie sich seine Schöpfung derart gegenseitig vernichtet. Auch gibt es keinen Grund lebende Spezies zu schaffen, welche zum eigenen Überleben andere mit ausgebildeten Gefühlen versehene Lebewesen fressen müssen. Das alles zur Rettung der eigenen Vorstellungen als Prüfung Gottes hinzustellen, können nur infantile, über den wahren Zustand der Natur nicht informierte heute noch behaupten.

Gott könnte man sich höchstens noch als eine Art Künstler vorstellen den es interessiert, was man mit Energie so alles machen kann. Dann hätte er ganz sicher keine Reproduktion geschaffen. Es sei denn, er hätte die gleiche emotionale Wahrnehmung wie die offiziellen Vertreter der Gegenwartskunst.

Kein Wunder sagte Hegel dies sei die beste aller möglichen Welten. Er war ja Christ.

Wenn 2000 Jahre lang für etwas Beweise gesucht werden und diese nie gefunden wurden, dann muss man wohl davon ausgehen, dass es die nicht gibt. Gott bleibt nur so verbissen in unserer Wahrnehmung, weil uns dieser Begriff seit dem Säuglingsalter auf Schritt und Tritt verfolgt. Wenn es nicht die Eltern sind, dann die Öffentlichkeit. Schon alleine durch die Tatsache, dass andere einen anderen Begriff haben, der sie ein ganzes Leben lang verfolgt, sollte Beweis genug sein, dass das nur davon abhängt, wo wir geboren wurden.

Die Angst vor der Verlorenheit kann nur etwas aufheben, das zeigt, dass wir nie etwas anderes sind als der Ursprung. Nur so können wir die Gewissheit erreichen, dass wir nicht verloren sind.
So ist Geborgenheit, wenn er nötig wird, in meinem Vorschlag garantiert, weil nichts geschieht, das sich auf Manipulation aufbaut, sondern alles dem ganz natürlichen Verlauf der Energien folgt.

Gesamthaft gesehen ist nicht die Energietheorie materialistisch, weil sie ja nur noch eine Kraft als Quelle des Seins postuliert, sondern jene Geisteshaltungen, welche immer noch ein dualistisches Weltbild vertreten. Denn nur sie können noch eine Materie als geistlos, d.h. energielos erkennen. Sie sind somit die eigentlichen Materialisten.


Aphorismen 9

Aphorismen 11

zurück zum Inhalt

Home