Aphorismen 2

Vom Wesen des Omniversums


Das Universum ist, wie der Begriff sagt, nicht das Allseiende sondern das Allumfassende. Aber allumfassend ist endlich. Das Allseiende bezeichne ich mit Omniversum, weil erst dieser Begriff auf das Allseiende hindeutet.

Parmenides und Heraklit beschreiben ein und dasselbe Prinzip. Während Parmenides vom Omniversum spricht, also jenes Allseiende, beschreibt Heraklit die Folgen, wenn sich das Omniversum zu bewegen beginnt, also auch unser Universum entsteht. Diese Philosophen zeigen nebenbei, dass der Mensch fähig ist, die Realität zu erdenken. Leider auch das Irreale. Deshalb braucht es die experimentelle Verifizierung.

Unser Problem ist, dass wir glauben wir seien etwas Besonderes. Was historisch durch das Richtigstellen der astronomischen Verhältnisse dem Menschen seinen Glauben an eine Sonderstellung raubte, wird mit der Theorie eines auch die Weltalle beinhaltenden Omniversums soweit reduziert, dass nicht einmal mehr der Mensch als Spezies eine Bedeutung hat. Er ist ganz einfach eine bestimmte Form von verdichteter Energie die sich einst wieder in die Energie des bewegten Omniversums auflöst. Das Einzige, das bleiben wird ist, dass wir selbst das Omniversum sind. Also weder etwas Besonderes sind noch nichts, sondern immer dasselbe in wandelnder Form.

Folglich die These:
Alles ist bedeutungslos und alles hat Bedeutung. Dabei ist erstaunlich, dass die Heisenbergsche These, dass es auf den Beobachter ankommt welche Sicht dominiert, sich auch hier verdächtig ähnlich manifestiert.

Das Omniversum ist nicht ein unendlicher Ort, sondern ein in sich seiender Zustand, welcher auch das Nichts bedeutet. Es kennt weder Ewigkeit noch sonst eine geografische Orientierung. Es ist einfach und jede zeitliche Bewertung ist unmöglich.

Die Ereignisse im Omniversum sind nicht vektoriell. Sie begannen also nicht und entwickeln sich, sondern sie entstehen und vergehen immer und überall.

Dagegen impliziert das Wort Gott zuerst einmal eine Instanz, also einen Ort. Es impliziert auch einen Akt der Entscheidung. Also kann das nichts mit dem Omniversum zu tun haben. Gott kann höchstens in einem solchen geschehen.

Dimensionen sind energetische Eigenschaften welche entsprechend ihrer Eigenschaft Räume erzeugen. Denn ohne energetische Eigenschaft gäbe es keinen Raum.

Dimensionslos ist das Nichts. Die erste Fluktuation brachte Raum, also das Prinzip von drei plus einer Dimension, der Zeit. Erst in diesem Raum sind Ein- und Mehrdimensionalität möglich. Wobei Zeit an sich keine Dimension ist, sondern der energetische Ablauf im Raum.

Auch das Wort Schöpfung impliziert einen Akt der Entscheidung. Deshalb ist die Verwendung dieses Wortes in der Physik mit Vorsicht zu handhaben.

Meine Theorie über das Omniversum tönt naiv. Das stimmt, weil sie die natürlichste Erklärung ist. Es ist eine Theorie worin nichts mehr ausgeklammert werden muss. Auch macht sie das Anfangsprinzip der Inflationstheorie überflüssig.

Trauer über den Verlust ihrer Sonderstellung im Omniversum werden nur diejenigen haben, die nicht wissen, dass sie selbst das Omniversum sind.

Wir sind eine riesige zusammen gekleckerte Kumulation von Energieformen, derer Quelle dieselbe Energie ist aus der wir bestehen, und als solche eben auch viel Energieformen bewirken.

Das Prinzip der natürlichen Selektion beginnt bereits im Omniversum. Denn die Tendenz zur Verdichtung entscheidet, ob ein Weltall entstehen kann.

Es ist erschreckend wie das Resultat des „Zufalls“ rückgekoppelt als Gottes Plan gedeutet wird. Dabei lässt sich immer, wenn Möglichkeitswellen zusammenbrechen, rückwirkend ein logischer Ablauf rekonstruieren, was wir aber nicht können, bevor das Ereignis geschehen ist. Denn davor wissen wir schlicht nichts davon. Also musste die Natur erst geschehen, bevor man sie als Gottes Plan herbei phantasieren konnte.

Das Drama der monotheistischen Gesellschaften ist, dass sie den Ursprung des Daseins immer noch entstehend in einem Punkt suchen. Das gilt insbesondere für die in einen solchen Glauben involvierten Individuen, weil sie nicht erkennen, dass sie selbst das Omniversum sind.

Deshalb sucht die klassische Physik die endgültige Theorie im weiterentwickeln von punktbezogenen Systemen. Dieses Bestreben hat wahrscheinlich die gleiche geistige Ursache, wie die Suche nach einem Gott. Ich beobachte aber, dass die Ursache nur im Alles- gleichzeitig gefunden werden kann, d.h. nur mit einer alle Gesetze beinhaltenden Potentialität.

Der Sonderfall Leben besteht nur insofern, als dass jedes Individuum nur einmal in seiner energetischen Form existiert. Dann ist es vorbei. Deshalb muss zu allen Individuen, damit meine ich in der ganzen Natur, Sorge getragen werden.

Hat die Fähigkeit von uns, durch die sich das Omniversum selbst erkennen kann, eine Bedeutung? Ich glaube es nicht.

Wir sind selbst das, aus dem wir sind.

Das bedeutet: Es gibt kein Jenseits, sondern nur ein Diesseits. Wir können folglich von uns nur eine bewusste Spur im Diesseits hinterlassen.

Die grösste Hemmnis die Welt als gottlos zu akzeptieren ist die Angst vor der eigenen Vernichtung. Diese Vernichtung aufzuheben gelingt nur, indem wir uns selbst als Omniversum wahrnehmen. Denn wir sind Energie, und als Energie gehen wir nicht verloren.

Was wir auch machen, es führt nirgendwo hin, es ist immer ein Zustand als Omniversum. (Das haben auch, in anderen Worten, schon Buddha und Parmenides festgestellt.)

Heideggers „Wahrheit geschieht“ stimmt ja schon. Nur, wir können versuchen ein bisschen nachzuhelfen.

Heideggers Meinung dass man nur Fragen hat und es dabei bleiben lassen soll, ist für Positivsten ein gefundenes Fressen. Es ist ja wieder so ein philosophischer Purzelbaum, weil er ja damit die Frage der Suche nach der Antwort beantwortet zu haben meint.

Die letzte Chance die Gottgläubigen zur Vernunft zu bringen ist die, dass man ihnen zeigt, dass ein Gott auch dem Prinzip der Energie unterworfen ist, also nicht als Ursache gelten kann. Wenn diese Logik nichts nützt, dann nützt eben nichts mehr.

„Gott ist in Dir.“ Das würde ja so stimmen. Nur muss man den Begriff Gott mit dem Begriff Energie ersetzen und man erkennt, wo die wahre Quelle des Seins ist.

Eigentlich sind die monotheistischen Religionen äusserst materialistisch. Denn sie vertrauen der energetisch-dynamischen Struktur der Natur nicht und müssen sie noch durch etwas von ausserhalb von ihr fixieren. Denn, trotz heutigem Wissen sehen sie immer noch nur derer gefrorene Form, die Materie. Das nützt aber nichts, weil selbst diese Kräfte nur Kräfte innerhalb der physikalischen Abläufe sein können.

Die monotheistischen Religionen sind die einzigen, welche Materie als von einem geistigen Prinzip getrennte Eigenschaft sehen. Erst mit dieser Sicht entsteht Materialismus. Und den wollen sie ausgerechnet jenen Physikern anhängen, die die Welt als Einheit sehen.


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