Aphorismen 6

Reduktionismus

Reduktionismus endet oft im Simplifizismus.

Zählen beginnt mit plus oder minus und wird damit unendlich. Das Nichts beginnt nicht – es ist – und ist deshalb nicht unendlich sondern ist ganz einfach. Es ist also keine Zahl.

Was nützt es zu reduzieren, wenn dabei die Sicht auf das Ganze auf der Strecke bleibt? Denn eine abstrakte Definition muss immer noch sämtliche sie betreffenden Aspekte mit einbeziehen und begründen und nicht bloss was einem gerade als rationale Realität vorkommt.

Ein Kriterium, wann der Reduktionismus falsch verstanden ist, ist, wenn er zu kurz greift und ausklammert. Brauchbar ist Reduktionismus nur dann, wenn er - in der Sache – auf die Ganzheit übertragbar ist.

Das Weltbild auf materielle Sinnlichkeit zu reduzieren könnte der Versuch sein die Gottverlassenheit berechenbar zu machen.

Der Reduktionismus als Mittel zur Ausklammerung des Unwesentlichen muss nicht eine objektivere Sicht bedeuten. Er kann auch als Folge der Unfähigkeit grössere Zusammenhänge zu überschauen als Ursache haben.

Der Satz: „Es gibt keine Wahrheit“ untergräbt sich selbst.

Die absolute Wahrheit ist dann gefunden, wenn das Abstraktum gefunden ist, in welchem alle Folgerungen und Folgen eingeschlossen werden können.

Ich kann das Wort professionell nicht mehr hören. Entweder eine Sache ist gut gemacht oder nicht ganz so gut. Dann ist sie schlecht. Bestenfalls aber gerade noch brauchbar.

Ein Kriterium, wann Reduktionismus falsch verwendet wird ist, wenn er zu kurz greift und mit seiner Reduktion inhaltlich Dazugehöriges ausklammert. Das scheint mir in letzter Zeit immer mehr der Fall zu sein. Offenbar begnügen sich sehr viele Zeitgeistler mit einer eher eingegrenzten Sicht der Dinge und sind nicht in der Lage Inhalte zu Ende zu denken. Brauchbarer Reduktionismus ist erst dann gegeben, wenn darin sämtliche dazugehörigen Inhalte - als Ganzheit – mit einbezogen sind.

Es stimmt, dass sich Aphorismenschreiber nicht gerade für den Nobelpreis eignen. Doch ich habe festgestellt, dass es Aphorismen gibt, die ihre prägnante Aussagekraft durch Ausführlichkeit verlieren würden.


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