Aphorismen 8

Darwins Auslese

Die Konsequenz des wirtschaftlichen Effizienzdenkens ist, dass in der Folge der Mensch keine Menschenroboter mehr zu bauen braucht, weil er selbst dabei ein solcher wird.

Nicht die Roboter werden immer mehr wie Menschen, sondern die Menschen passen sich den Roboter an.

Das Eigenartige und nicht das banale findet letztlich Beachtung. Da ist die natürliche Auslese in der Kunst. Denn, erfolgreiche Anpassung fördert das Überleben, aber ist nicht notwendig das Bestmögliche.
Die nützlichen Eigenartigkeiten werden selektiert, weil sie langfristig die Reproduktionschancen vergrössern.
Übersetzt auf die Kultur heisst das, dass eine festgefahrene Realitätswahrnehmung und -verteidigung, durch ihren Glauben an ihre Unumstösslichkeit, der Wandlung im Wege steht.

Das ganze Omniversum, als reine Bewegung hin zur Verdichtung und die daraus entstandenen Weltalle werden in diesem Prozess, zusammen mit all dem gegenwärtig produzierten Geist wieder verschwinden. Das ist alles. Noch etwas: Es kam von da, wohin es verschwinden wird. Das aber ist das Nirgends und Überall.

Uns bleibt nichts anderes übrig als selbst zu wählen, was wir als Realität anerkennen wollen.

Was ist ein Kapitalist

Ein Kapitalist ist eine Person, die Ihre Identität in hohem Masse darin sucht, Vermögen zu vermehren, mit minimalsten Skrupel gegenüber der Gesellschaft. Dahinter steckt natürlich eine Angst vor der Vernichtung des Ego’s. Das bewirkt die daraus entstehende Emsigkeit zu Macht zu gelangen um das zu verhindern Sein Credo: nur der materiell fleissige hat Daseinberechtigung.

Die Gegenwartskünstler produzieren für diese Menschen. Das ist verständlich, denn sie kennen auch keine andere reale Wahrnehmung und sind in dieses Denken indoktriniert. Kein Wunder, dass sie mit Zweireihern an der Vernissage erscheinen.

Was viele Künstler an schöpferischen Höhenflügen hindert ist ihr ständiger Gedanke an den Verkauf der Bilder.
Um sich zu vergewissern, dass sie das richtige machen, lehnen sie sich an die Macht an.

Ständig wird nach den Verkaufschancen der Bilder gefragt, um sich zu vergewissern, ob da ein bedeutender Künstler steht oder nicht. Die Galeristen und Kuratoren schauen noch nach den Ausstellungsorten. Dann ist die Einschätzung der Qualität des Künstlers abgeschlossen. Immerhin, die technische Qualität spielt auch eine Rolle.

Je mehr wir uns an der Effizienz als optimales Mittel der Lebensbewältigung orientieren, umso grösser wird die Potenzialität, unsere Freiräume mit Effizienz zu zuzupflastern. Das bedeutet, dass ein grosser Teil der Rationalisierungsbemühungen tendenziell Eigenschaften einer Sucht aufweisen. Was aber dabei sinnvoll ist und was nicht, lässt nur schwer feststellen. Vielleicht aber das: je mehr der musische Freiraum zugekleistert wird, desto objektorientierter sind die angestrebten Ziele.

Gegenwartskunst = kapitalistische Realitätswahrnehmung.
Geistig unterstützen die offiziellen Vertreter der Gegenwartskunst und ihre Zulieferer den Killerkapitalismus. Das bedeutet, sie sind mit dem System einverstanden.


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