Aphorismen 9

Philosophie

Die Philosophie muss in ihrer Definition wieder bei null anfangen, denn es genügt für die moderne wissenschaftliche Erkenntnis nicht, ein spezialisiertes durchstrukturiertes Lernprogramm als Kriterium fachlicher Kompetenz zu haben. Insbesondere, wenn die Kenntnis dessen dann als Signal fachlicher Kompetenz gilt.
Philosoph/in ist jemand der an die Wahrnehmung Fragen hat und in der Lage ist Vorschläge zu derer Beantwortung vorzubringen. Die akademische Normierung, was Philosophie sein soll, ist Verhinderung der philosophischen Dynamik.

Die besondere Leistung des Menschen ist seine Intellektualität. Sie muss er pflegen und nicht die Instinktebene. Die wirkt von selbst. Er muss sich aber davor hüten, den Intellekt von der Instinktebene zu trennen. Denn sonst versagt dieser.

Unser gegenwärtiges Problem ist, dass es zu viele Wahrheiten geben soll. So können sich die Menschen nicht im klassischen Sinne orientieren. Aber gerade das ist die Wahrheit und sollte zur Orientierung werden. Und, wenn wir das begriffen haben, können wir uns wieder orientieren indem wir nicht nur eine Wahrheit haben wollen. Der günstigste Verlauf dieser Feststellung könnte sein, wenn wir uns unsere Wahrheiten gegenseitig unvoreingenommen mitteilen könnten, sich dadurch die Erkenntnisse durcheinander mischten und so zu neuen Paradigmen führen. Einzige Bedingung: Keiner darf sich dazu versteigen zu glauben, als Einziger die Wahrheit zu kennen. Und wenn, höchstens im Wissen ihrer möglichen Vorläufigkeit.

Wenn wir beginnen experimentell gesicherte Resultate über das Mass des gesunden In-Frage-Stellen hinaus anzuzweifeln, so können wir uns selbst existenzphilosophisch in Frage stellen. Wenn wir uns aber selbst als Illusionserscheinungen definieren, so können wir das erst recht mit einen Gott.

Wenn sich nichts bewegt ist kein Raum.

Der Begriff Zufall hat in der Natur nichts zu suchen. Denn jedes Ereignis hat einen vorangehenden Prozess an Möglichkeitswellen, welche beim Ereignis zusammenbrechen und so wahrgenommen werden kann. Meist sogar so, dass man den vorangehenden Prozess rekonstruieren kann.

Wer an den gängigen Realitätsvorstellungen festhält, verpasst die Wandlung.

Das subjektivste ist das jeweilige Realitätsempfinden einer Gesellschaft. Das heisst nicht, dass die wahrgenommenen Realitäten unrealistisch sein müssen. Aber meistens ist es das, was daraus geschlossen wird.

Das Prinzip der logischen Empirik beruht darauf, dass nur das im Moment als evident erscheinende als Realität gilt und jede Spekulation als irrelevant wahrgenommen wird.
Das ist nun bei den offiziellen Gegenwartskünstlern angekommen.

Sind die verschiedenen Meinungen nicht bloss verschiedene Wahrnehmungsgeschwindigkeiten, also zeitlich unterschiedliche Verdichtungen?

Sind die verschiedenen Meinungen nicht bloss verschiedene Wahrnehmungsgeschwindigkeiten, also zeitlich unterschiedliche Verdichtungen?

Der Grenzbereich der Wahrnehmung liegt dort, wo reine Energie zu Gefühlen wird. Somit zu Form.

Gefühle sind zu Form gewordene Energie.

Ein Missstand der unsere Kreativität hemmt, entwickelte sich dadurch, dass wir in einer immer engeren Spezialisierung gefangen sind. Das bewirkt, dass sich die Einen nicht mehr wagen fachfremdes zu reflektieren geschweige denn sich dazu zu äussern. Eine andere Gruppe benützt diese gesellschaftskulturelle Entwicklung dazu, ihre Angst vor kreativen Aussagen mit unbekanntem Ausgang - d.h. mit dem Risiko der Blamage - zu vermeiden.
Wenn wir da nicht wieder offener werden, so riskieren wir die Verblödung auf hohem Niveau.

Die Gesellschaft ist derart mit dem verteidigen ihres geistigen Bankrottes beschäftigt, dass sie keine Zeit mehr für metaphysische Inhalte hat. Diese aber sind die Quelle der Wandlung. Der geistige Bankrott liegt im immer mehr gesteigerten materiellen Effizienzdenken. So beraubt sich die Menschheit der eigenen Schöpfungskraft, was irgendeinmal schlechte Auswirkungen haben wird. Leider haben mittlerweile auch die Philosophen Angst vor der Metaphysik, aus Angst, sie könnten den Status als Wissenschaftler verlieren.

Nur wer permanent um die Grenze unserer Formempfindung herum beobachtet gelingt es zu neuer Form, zu neuem Bewusstsein, zu kommen.

Ethik ist kein Naturgesetz, sondern die Folge von Neigungen.

Um uns zu begreifen stehen wir uns oft selbst im Wege.

Nur wer den Irrtum wagt sieht hinter die Dinge.

Man muss in den Schulen nicht die Noten abschaffen, sondern derer Kopplung mit der Wertschätzung eines Schülers.


Aphorismen 8

Aphorismen 10

zurück zum Inhalt

Home